Pressemitteilung des Vorbereitungskreis

Ostermärsche haben nicht an Aktualität verloren und werden zukünftig öfter stattfinden

Am Ostersamstag fanden in Thüringen die antimilitaristischen Ostermärsche statt. Neben der traditionellen Demonstration gegen den Truppenübungsplatz in Ohrdruf, an dem ca. 80 Menschen teilgenommen haben, wurde erstmalig auch ein Aufzug durch Erfurt zum Logistikkommando der Bundeswehr durchgeführt. Die von der Linksjugend Solid Thüringen organisierte Versammlung wurde von über 120 Teilnehmenden begleitet. Mit Musik und Sprechchören ging es durch die Erfurter Innenstadt, bei der auch mit Flugblättern und Redebeiträgen auf das Anliegen der Veranstaltung aufmerksam gemacht werden soll. „Krieg beginnt unter anderem hier!“ meint Christian Schaft, Mitorganisator der Demonstration in Erfurt, und führt weiter aus: „Die logistischen Voraussetzungen für die Kriegseinsätze der Deutschen Bundeswehr werden hier, im Logistikzentrum, geschaffen!“ Vor nun fast einem Jahr hat das Kommando seine Arbeit aufgenommen und verwaltet den Bestand von Material, Fahrzeugen, Versorgung und über 15.000 Soldatinnen und Soldaten. Damit ist der Standort Erfurt für fast ein Drittel der Deutschen Streitkräfte zuständig.
Neben der Kritik an dem Logistikzentrum wurden auch weitere Aktivitäten der Bundeswehr thematisiert. „Wenn Soldatinnen oder Soldaten an Bildungseinrichtungen gehen und Jugendlichen etwas von Karrierechancen erzählen, hat das nicht viel mit objektiver Realität zu tun,“ empört sich Kati Grund von der Linksjugend Solid über die immer wieder stattfindenden Besuche von sogenannten Jugendoffizieren an Schulen, und formuliert es härter: „Die Bundeswehr ist weder ein normaler Arbeitgeber, noch ein Bildungsakteur. Hier wird mit billiger Propaganda fürs Töten und Sterben geworben!“
Das Ziel der Demonstration war die im südlichen Erfurt gelegene Löberfeld-Kaserne, in der auch das Logistikkommando angesiedelt ist. Neben der Forderung der Schließung dieses Geländes wurden sogar Vorschläge einer Alternativnutzung unterbreitet: „Gebäude, wie dieses Zentrum würden sich gut für die ärztliche Versorgung und Erstaufnahme von Flüchtlingen aus Kriegsregionen eignen!“ hieß es in einem Redebeitrag.
Abschließende Worte gab es von René Kotzanek, Anmelder und Organisator, der bereits jetzt ankündigte: „Solange Deutsche Truppen in irgendwelchen Einsätzen stehen, werden wir hierher zurückkommen!“

Die Ostermärsche in Ohrduf und Erfurt waren zeitlich so aufeinander abgestimmt, dass Friedensaktivist*innen an beiden Aufzügen teilnehmen konnten. Damit wurde versucht, einerseits der Tradition in Ohrdruf weiter gerecht zu werden, aber auch die aktuellen Veränderungen in der Struktur der Bundeswehr zu berücksichtigen.

transpa
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